Wenn jemand einem KI-System eine Frage zu einem Unternehmen wie Ihrem stellt — taucht Ihr Unternehmen in der Antwort auf? Das ist die eigentliche Diagnosefrage hinter AEO und GEO — Answer Engine Optimization und Generative Engine Optimization — und derzeit der am häufigsten übersehene blinde Fleck, den ich bei KMU finde. Hier ist der fünfstufige Check, den ich bei jedem Audit in dieser Reihenfolge durchführe.
Die meisten KMU-Inhaber, mit denen ich spreche, haben bereits „etwas“ mit KI gemacht — einen Chatbot, ein Content-Tool, eine KI-Zeile im Website-Text. Dort liegt meist nicht die eigentliche Lücke. Das Suchverhalten hat sich still verändert: Ein wachsender Teil der Menschen, die früher „Klempner in meiner Nähe“ oder „Zahnarztpraxis Milton Keynes“ gegoogelt hätten, fragt heute ChatGPT, Perplexity oder eine Google-KI-Übersicht — und erhält eine selbstsichere, konkrete Antwort, ohne je eine Liste blauer Links zu sehen. Wenn Ihr Unternehmen nicht Teil dieser Antwort ist, verlieren Sie keinen Klick. Sie verpassen den Moment, in dem die Entscheidung fällt.
Der Check, den ich durchführe — Schritt für Schritt
Der Direktfragen-Test
Ich öffne drei oder vier KI-Tools — ChatGPT, Perplexity, Gemini und, wo angezeigt, eine Google-KI-Übersicht — und stelle genau die Fragen, die ein echter Kunde stellen würde. Keine Markensuchen („Was ist [Firmenname]“), sondern die Fragen, die Menschen eintippen, wenn sie noch nicht wissen, wen sie beauftragen sollen: „bester KI-Berater für KMU in Milton Keynes“, „wer prüft die KI-Readiness kleiner Unternehmen in Großbritannien“. Taucht der Kunde in keiner dieser Antworten auf, ist das die zentrale Feststellung — und meist der Moment, in dem das Gespräch ernst wird.
Strukturierte Daten und Schema
KI-Systeme lesen eine Website nicht wie ein Mensch — sie lesen die strukturierten Daten darunter. Die meisten KMU-Websites haben keine oder nur generisches Standard-Schema aus einer Vorlage. Ich prüfe auf Organization-Schema (damit KI-Tools sicher erkennen, wer das Unternehmen ist), FAQPage-Schema auf jeder Seite, die echte Kundenfragen beantwortet, und wo sinnvoll Service- oder Product-Schema. Das ist meist die schnellste Korrektur auf der Liste — technisch, nicht kreativ, und oft umsetzbar, ohne das Design der Website anzufassen.
Entitätskonsistenz im gesamten Web
KI-Systeme gewinnen Sicherheit in einer Antwort, indem sie mehrere Quellen abgleichen. Wenn Name, Adresse, Qualifikationen und Beschreibung Ihres Unternehmens auf Ihrer Website, Ihrer LinkedIn-Seite und Ihrem Google-Unternehmensprofil leicht voneinander abweichen, untergräbt diese Inkonsistenz still die Bereitschaft eines KI-Systems, Sie zu zitieren. Ich prüfe die Konsistenz von Name, Beschreibung und Qualifikationen über alle vom Unternehmen kontrollierten Kanäle und markiere die Lücken.
Inhalte, die Fragen wirklich beantworten
Die meisten KMU-Websites beschreiben das Unternehmen, statt die Fragen zu beantworten, die ein potenzieller Kunde — oder ein KI-System, das für ihn eine Antwort zusammenfasst — tatsächlich hat. Ich prüfe, ob die Website Inhalte bietet, die die Fragen aus Schritt eins direkt und klar beantworten, in der Sprache des Kunden statt in Marketingsprache. Wenn nicht, ist das meist die größte inhaltliche Lücke — keine technische.
Crawler-Zugriff
Ein kleinerer technischer Check, aber ein realer: ob robots.txt und llms.txt der Website KI-Crawlern — GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot, Google-Extended, CCBot — überhaupt Zugriff erlauben. Ich habe Websites gesehen, die versehentlich alle blockieren. Wenn ein Crawler die Website nicht lesen kann, ist alles andere auf dieser Liste bedeutungslos.
Was dabei tatsächlich auffällt
Bei einem aktuellen Audit war das Unternehmen eines Kunden strukturell solide — ordentliche Website, vernünftiges SEO —, tauchte aber in keinem einzigen Direktfragen-Test der drei KI-Tools auf. Die Ursache lag, wie sich zeigte, fast vollständig in den Schritten zwei und drei: überhaupt kein Schema-Markup und drei verschiedene Varianten der Firmenadresse auf der eigenen Website, im Google-Unternehmensprofil und in einem Partnereintrag. Keine der Korrekturen erforderte einen Relaunch. Beide waren innerhalb von zwei Wochen erledigt.
Es zählt schon jetzt. Rund ein Viertel der Google-Suchen zeigt bereits eine KI-Übersicht statt oder vor einer Linkliste. Und dieser Anteil steigt weiter.